Das „Schweinehochhaus“ in Sachsen-Anhalt

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Tierschutzgesetze zählen nicht, wenn es um die Ware Fleisch geht. Da interessiert es nicht mehr, dass es ein Tier ist, das auch Bedürfnisse hat und fühlt was mit ihm gemacht wird. Die Schweine spüren am besten am eigenen Leib was Kapitalismus bedeutet und dass es keine Sau interessiert wie es ihnen geht. Sie werden in tierquälerischen Kastenständen gehalten, deren eh schon viel zu knapp bemessenes Mindestmaß noch unterschritten wird. Aber das Veterinäramt ist genervt! Können denn diese Tierschützer nicht das Maul halten?… – die sollen nicht stören beim Profite machen. Sind ja eh nur Schweine, nicht? Die Politik macht illegale Tierhaltung legal, segnet alles ab.

 

Hier ein Bericht von Kontraste – ARD, vom 25.08.2016.

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Massentierhaltung im „Schweinehochhaus“ Amtlich verordnete Tierquälerei?

Wie ein Schwein gehalten werden darf, das ist bundesweit amtlich geregelt: im aktuellen „Handbuch Tierschutzüberwachung in Nutztierhaltungen“. Verfasst im Jahr 2012 auf Initiative der Landwirtschaftsminister, verstößt es jedoch grundlegend gegen das Tierschutzgesetz. Da wundert es wenig, dass Tierschützer im so genannten „Schweinehochhaus“ in Sachsen-Anhalt immer wieder auf unhaltbare Zustände stoßen: Tierquälerei mit amtlichem Siegel.

Anmoderation: Eine Zuchtsau in der Massentierhaltung: Haben Sie eine Vorstellung, wie viele Ferkel so eine Sau pro Jahr in unseren Tierfabriken zur Welt bringt? Es sind – 180! Fernab in ländlichen Gebieten wird künstlich besamt, gemästet und geschlachtet, was der Markt verlangt. Der Konsum, er boomt, es geht nicht mehr um Tiere, sondern nur noch um die Ware Fleisch. Tierschutzgesetze, sie stören meist.  Axel Svehla und Diana Kulozik zeigen Ihnen, wie es die Politik den Schweinemästern leicht macht, solche Gesetze zu umgehen.- Scheinbar ganz legal.

 

Dies ist ein Hochhaus. Erbaut in den 60er Jahren in Maasdorf, Sachsen-Anhalt. Aber was ist das? Ein Bunker, ein Gefängnis? Die Anwohner nennen den einmaligen Bau: Schweinehochhaus. Auf 6 Etagen werden hier 500 Sauen und ihre Ferkel gehalten.

Der Betreiber: die JSR Hybrid. Das Ziel des Unternehmens: Making pork more profitable.

Was das heißt, haben Tierschützer dokumentiert. Hier wird Zuchtsauen ausgetrieben, was ihre Umwandlung zur Gebärmaschine stört: freie Bewegung, artgerechtes Verhalten in der Gruppe. Circa 180 Ferkel werden einer Zuchtsau in 4 Jahren abgepresst, danach wird sie geschlachtet. Weit verbreitet wie hier im Schweinehochhaus: nur 70 cm breite, sogenannte Kastenstände: Käfige wäre wohl zutreffender. Hinlegen und ausstrecken kann sich das Tier nicht. Es ist zu groß, hochgezüchtet auf über 90 cm, die sogenannte Risthöhe.

Wir suchen Kontakt zum Betreiber des Schweinehochhauses, um die Aufnahmen aus seinem Betrieb zu überprüfen. Doch statt ein Interview zu ermöglichen, werden wir beobachtet, wird die Polizei alarmiert.

Polizei

„Nicht erschrecken, hier ist nur die Polizei“

Kontraste

„Machen wir überhaupt nicht.“

Und wir werden vom Eingangstor vertrieben.

Person

„Ab, runter hier!“

Hier ist angeblich alles in Ordnung.

Kontraste

 „Also es gibt hier keine einzige Sau, die mit einer Risthöhe von 90 in ’nem 70er Kasten ist?“

Person

„Ne.“

Kontraste

„Sind Sie sicher?“

Person

„Ja, Da bin ich sicher.“

Was sagt die Kontrollbehörde, das zuständige Veterinäramt dazu? Sie müsste etwas wissen, denn die Zustände im Schweinehochhaus waren von Tierschützern wiederholt kritisiert worden. Die vorletzte Kontrolle fand  am 18. Mai  dieses Jahres  statt. War etwas zu beanstanden? Ein Interview gibt es nicht. Schriftlich wird mitgeteilt:

Zitat Veterinäramt Köthen

Der Betrieb erfüllt die geltenden tierschutzrechtlichen Bestimmungen (…) Es wird kein Bedarf gesehen, das Thema zum zigsten Mal aufzugreifen.

Das Veterinäramt ist genervt. Von Leute wie ihm, Jan Peifer, Tierschützer. Er hat die Zustände im Schweinehochhaus in kurzen Abständen dokumentiert und Anzeige erstattet. Die Ermittlungen wurden eingestellt, „den Tieren seien keine erheblichen Leiden zugefügt“ worden – meint die Staatsanwaltschaft. Der Aktivist ist empört.

Jan Peifer, Deutsches Tierschutzbüro e.V.

„Man hat hier argumentiert, dass eben diese Missstände behoben seien und dass es gar nicht so schlimm sei. Für die Tiere, die da drin sind ist es eine Hölle, das muss man mal ganz klar sagen.“

Alles Rechtens behaupten die Schweinemäster, wenn gegen ihre Anlagen protestiert wird. Selbst gegen die viel zu engen Kastenstände von 70 cm sei nichts einzuwenden, denn die seien schließlich erlaubt.

Erstaunlicherweise stimmt das. Das  Handbuch “ Tierschutzüberwachung in Nutztierhaltungen“ dient Veterinärämtern und Mastbetreibern als Richtlinie. Es gilt noch in den meisten Bundesländern. Dort heißt es:

Zitat:

„Von der Erfüllung der Anforderung kann (…) ausgegangen werden, wenn Kastenstände (…) mindestens wie folgt beschaffen sind: Für Sauen ….200 X 70 cm.“

So wird der 70 cm breite Kastenstand in der Praxis zur gängigen Norm. Die Verfasser des Handbuchs, beauftragt von den Agrarministern der Länder, ermöglichten damit aber einen ständigen Bruch geltenden Rechts. Denn in der übergeordneten Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung ist festgelegt:

Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung § 24 Abs. 4 Nr.2:

„Kastenstände müssen so beschaffen sein, dass jedes Schwein ungehindert aufstehen, sich hinlegen, sowie in Kopf – und Seitenlage die Gliedmaßen ausstrecken kann.“

Die Landwirtschaftsministerin von Sachsen-Anhalt ist erst seit 3  Monaten im  Amt. Die Bilder aus dem Schweinehochhaus überraschen sie.

Hier weiterlesen:

Das „Schweinehochhaus“ in Sachsen-Anhalt

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Gruß Hubert

Ivo Sasek Holocaustleugner und Schweizer Laienprediger

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Ich möchte hier einen Holocaustleugner und von mir aus religiösen Spinner vorstellen. Es ist schon ein interessanter Lebenslauf, wenn man vom Automechaniker sich zum Laienprediger wandelt. Außerdem hatte er wohl viel Zeit mit seiner Frau verbracht, weil er 11 (elf) Kinder zeugte. Kein Wunder, dass ihm da auch Homos nicht geheuer sind.

Er gründete auch die ANTIZENSURKOALITION – folgend der Youtube-Kanal
https://www.youtube.com/user/ANTIZENSURKOALITION

und die Organische Christus-Generation (OCG).

Außerdem ist er auch noch  Esoteriker, Verschwörungstheoretiker, Geschichtsrevisionist und Holocaustleugner. Ein vielbeschäftigter Mann, in jeder Hinsicht.

Hier ein Auszug aus Wikipedia.

Ivo Sasek (* 10. Juli 1956 in Zürich) ist Schweizer Laienprediger und Autor religiöser Schriften. Er ist Gründer der Anti-Zensur-Koalition (AZK), eines Forums für Esoteriker, Verschwörungstheoretiker, Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugner, sowie der Organischen Christus-Generation (OCG), einer religiösen Bewegung, welcher in der Schweiz und in Deutschland rund 2000 Personen angehören. Das sogenannte Panorama-Zentrum im schweizerischen Walzenhausen ist administrativer Sitz der AZK und der OCG.

Ivo Sasek ist gelernter Automechaniker, gab jedoch 1978 den Beruf auf, um sich ausschliesslich als Laienprediger zu betätigen. Von 1979 bis 1982 besuchte er die New Life Bibelschule in Walzenhausen, musste diese aber wegen theologischer Differenzen ohne Abschluss verlassen. 1983 kam es zur Eheschließung mit Anni. Das Paar hat heute elf Kinder. 1984 gründeten die Saseks die Reha-Station Obadja. 1997 gründete Sasek den Elaion-Verlag und den Gemeinde-Lehrdienst. 2006 führte Sasek Regie an dem von ihm initiierten Monumentalfilm Helden sterben anders, einem Film über Arnold Winkelried, eine mythische Figur der Schweizer Geschichte. Seit 2008 organisiert und moderiert Sasek Veranstaltungen der von ihm gegründeten Anti-Zensur-Koalition (AZK).

Medienaktivitäten

Ivo und Anni Sasek gehört das Panorama-Film-Café, dessen Adresse lange im Impressum der Online-Sender klagemauer.tv und jugend-tv.net angeführt wurde. Die Portale warten mit Inhalten über verschiedene Verschwörungstheorien, Chemtrails, Neue Weltordnung, Hochfinanzverschwörungen, Verschwörungstheorien um den 11. September 2001 und analoge Themen auf. Auch wird die Existenz von HIV/AIDS geleugnet und zu Impfungen abwegige Ansichten verbreitet. Beiträge offenbaren auch eine homophobe Grundhaltung. Holocaustleugner wie Sylvia Stolz werden explizit in Schutz genommen.

Klagemauer.tv veröffentlicht zahlreiche Videos zu aktuellen politischen Ereignissen aus aller Welt. In einem professionell anmutenden Studio verliest eine Sprecherin diverse „Nachrichten“, die die „Mainstreammedien“ laut Klagemauer.TV angeblich unterdrücken.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Sasek

Holocaust

Als Holocaustleugnung bezeichnet man das Bestreiten oder weitgehende Verharmlosen des Holocausts. Dabei wird gegen gesichertes historisches Tatsachenwissen behauptet, der geplante, systematische, auf Ausrottung zielende Völkermord an etwa sechs Millionen europäischen Juden habe nicht stattgefunden oder er sei nur ein Massenmord oder Massensterben ohne historische Besonderheiten gewesen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaustleugnung

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Bericht über „OCG“ und „AZK“- Erfinder Ivo Sasek.

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leider schlechte Video-Qualität

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Sektengründer Ivo Sasek hat auch einer deutschen Nazisympathisantin an einer Veranstaltung in Chur eine Plattform geboten.

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Der grosse Auftritt der Holocaust-Leugnerin

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Sektengründer Ivo Sasek hat einer deutschen Nazisympathisantin an einer Veranstaltung in Chur eine Plattform geboten. Für Strafrechtsprofessor Marcel Alexander Niggli wurde damit das Antirassismusgesetz verletzt.

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Unterschrieb juristische Schriften mit «Heil Hitler»: Die deutsche, mit einem befristeten Berufsverbot belegte Rechtsanwältin und Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz. (20. März 2007) Bild: Keystone

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Ivo Sasek aus Walzenhausen AR, Gründer der christlichen Sekte Organische Christus-Generation, ist ein Freund verfemter Personen mit einem Missionsdrang. Um ihnen ein Podium zu bieten, hat er vor knapp zehn Jahren die umstrittene Organisation Anti-Zensur-Koalition (AZK) gegründet. Seither lädt er jährlich Antisemiten, Sektenführer, Verschwörungstheoretiker und Impfgegner ein, um «Wahrheiten» zu verkünden, welche die Medien unterdrückten.

Beim jüngsten Treffen in der Stadthalle Chur, an dem gegen 2000 Gäste teilnahmen, setzte der 56-jährige Sasek noch einen drauf: Er lud die deutsche, mit einem befristeten Berufsverbot belegte Rechtsanwältin und Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz ein, die das Publikum aufforderte, Nazis kennen zu lernen, um sich ein eigenes Bild von diesen für sie offensichtlich wertvollen Menschen zu machen. Der Holocaust könne nicht gerichtlich bewiesen werden, dazu fehlten die Leichen, die Spuren der Täter und die Waffen, sagte Stolz in Chur. Sasek dankte der Referentin mit tränenerstickter Stimme und bezeichnete sie als Frau mit dem Mut eines Löwen.

Veranstaltung geheim gehalten

Speziell war auch die Mobilisierung für die Veranstaltung. Da Sasek bei früheren Treffen ins Visier der Medien geraten war, hielt er diesmal den Veranstaltungsort geheim und lud die Besucher handverlesen ein. In diesen Tagen wurden die Referate ins Internet gestellt, wie die «Südostschweiz» berichtete.

In seiner Begrüssungsansprache betonte Sasek, der von seinen rund 1500 Anhängern in der Schweiz und Deutschland als Prophet Gottes verehrt wird, dass die AZK in Chur ein hohes Ansehen geniesse, und er prangerte eine «Meinungsmanipulation» durch die Medien an. Seine Organisation bezeichnet er als Europas grösste Plattform für unzensurierte Information. Ziel sei es, das Volk zu erwecken, damit es zum Lichtträger und Kampftrupp der Wahrheit werde. «Ich bin stark durch die Wahrheit», rief er und forderte das Publikum auf, den Leitspruch im Sprechchor zu wiederholen.

Rechtsextreme verteidigt

Höhepunkt der Veranstaltung war der Auftritt der Nationalsozialistin Sylvia Stolz. Die 49-jährige Deutsche ist die Lebenspartnerin von Horst Mahler, dem früheren RAF-Anwalt und heutigen Holocaust-Leugner. Stolz verteidigte immer wieder Rechtsextreme, so auch Mahler, der einst wegen Zeigens des Hitlergrusses angeklagt war. Manchmal unterschrieb sie juristische Schriften mit «Heil Hitler», wie verschiedene Quellen besagen.

Bei der Verteidigung des Holocaust-Leugners Ernst Zündel drohte sie den beiden Gerichtsschöffen die Todesstrafe wegen Volksverleumdung und Feindbegünstigung an. Das wäre natürlich erst möglich, wenn die BRD wieder eine «Reichsmacht» würde, wie sie es sich erhofft. In Chur sagte sie dann auch: «Die Zeiten sind vorbei, dass sich das deutsche Volk unterdrücken lässt.» Weil sich Stolz damals gegen die Anordnung des Gerichts widersetzt hatte, trugen Polizisten sie aus dem Gerichtssaal. Später wurde sie wegen Volksverhetzung verurteilt und verlor das Anwaltspatent.

Begeistertes Publikum

Sylvia Stolz genoss den Auftritt in Chur sichtlich, denn in Deutschland ist die Luft für sie dünn geworden. Um das schweizerische Rassismusgesetz zu umschiffen, packte sie ihre politischen Ansichten in ein juristisches Konstrukt. Das Publikum in der Stadthalle bedankte sich schliesslich mit einem enthusiastischen Applaus.

Marcel Alexander Niggli, Professor für Strafrecht an der Uni Freiburg und Experte für Rechtsextremismus, lässt die Ansicht von Stolz nicht gelten. Es gebe mehrere gross angelegte gerichtliche Beweisverfahren, in denen auch forensisch nachgewiesen worden sei, dass der Holocaust stattgefunden habe. Die Vernichtung der Juden zum Beispiel in Auschwitz sei gerichtlich festgestellt.Wer dies infrage stelle, liege falsch und argumentiere wider besseres Wissen. Somit leugne Stolz laut Niggli zumindest indirekt den Holocaust, und es sei der Anfangsverdacht gegeben, dass sie die Rassismusnorm verletzt habe. Seines Erachtens muss die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Stolz und gegebenenfalls den Veranstalter eröffnen.

Zweifelhafte Referenten

Es ist nicht das erste Mal, dass Sasek Referenten aus dem rechten Lager eingeladen hat. Vor zwei Jahren trat der deutsche Publizist Michael Vogt auf und referierte zum Thema «Geheimakte Hess». Dabei versuchte er, die Rolle von Hitler und seinem Stellvertreter Rudolf Hess zu beschönigen. Hess sei 1941 nach England geflogen, um Friedensgespräche zu führen, behauptete Vogt damals. Es gebe Indizien, dass Hitler diese Friedensaktion initiiert habe.

Ein Jahr zuvor hatte Ivo Sasek den Schweizer Holocaust-Leugner Bernhard Schaub nach St. Gallen in die Olma-Halle eingeladen und ihm hinterher zur mutigen Rede, die rechtsextremes Gedankengut enthielt, gratuliert. Schaub war 2007 vom Bezirksgericht Dornach SO wegen Verstosses gegen die Rassismusnorm verurteilt worden. Und 2009 trat Jürg Stettler an der AZK-Konferenz auf. Der Präsident von Scientology Schweiz und Pressesprecher der Sekte in Deutschland geisselte damals vor allem die Medien.

Musizierende Kinder

Offenbar ist es für Ivo Sasek nicht leicht, einen Saal für seine Veranstaltungen zu finden. Frühere Vermieter wollten sich nicht äussern, weil sie befürchten, von AZK-Aktivisten bedrängt oder juristisch belangt zu werden. Von der Stadthalle Chur war am Dienstag niemand erreichbar.

An den Veranstaltungen treten jeweils auch die 11 Kinder von Sasek musizierend auf. Der Sektengründer geriet immer wieder in die Schlagzeilen, weil er in einer Broschüre geschrieben hatte, wer seine Kinder liebe, züchtige sie mit der Rute. (Tages-Anzeiger)

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Ivo Sasek Holocaustleugner und Schweizer Laienprediger

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Gruß Hubert

Die dunkle Seite des Hinduismus und von Gandhi

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Wenn man ein paar Einzelheiten von Gandhi weiß, dann rasselt der Respekt vor ihm ganz schnell in den Keller. Wenn man zum Beispiel weiß, dass er das Kastensystem unterstüzt hat, rassistisch und auf der Seite der Reichen war.

Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy klärt in der ZEIT über Mahatma Gandhi auf.

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Gandhis vergiftetes Erbe

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Unser Land ruht auf einem Fundament der Gewalt, sagt die indische Schriftstellerin Arundhati Roy – ein Gespräch.

DIE ZEIT: Mahatma Gandhi ist eine der meistbewunderten Figuren des 20. Jahrhunderts – Anführer des friedlichen indischen Unabhängigkeitskampfes gegen die britische Kolonialherrschaft, Vorbild für Martin Luther King und Nelson Mandela, ein Idol von Millionen in aller Welt. Sie, Frau Roy, haben kürzlich einen Essay publiziert, der Gandhi scharf angreift. Warum?

Arundhati Roy: Gandhis Erbe ist enorm. Aber unglücklicherweise hat man es zurechtgebogen und sogar verfälscht. Es hat nur noch wenig mit dem wirklichen Menschen zu tun. Meine Absicht war es zunächst gar nicht, über Gandhi zu schreiben; mein Text ist als Einleitung zur Neuausgabe eines Buches entstanden: Annihilation of Caste („Die Vernichtung des Kastensystems“) von Bhimrao Ramji Ambedkar, einem der bedeutendsten Intellektuellen des modernen Indien. Ambedkar war Gandhis größter Kritiker. Er hat ihn intellektuell, politisch und moralisch herausgefordert. Er wurde in eine Familie von Dalits hineingeboren …

ZEIT: … von „Unberührbaren“, den Menschen ganz unten in der Hierarchie der Kastenordnung, die von den Höhergestellten wie Aussätzige behandelt werden.

Roy: Annihilation of Caste ist der Text einer Rede, die Ambedkar nie gehalten hat. Er wurde 1936 veröffentlicht. Ambedkar verwirft darin den Hinduismus und attackiert das hinduistische Kastensystem, die brutalste, vulgärste, hierarchischste gesellschaftliche Organisationsform der Welt. Es ist ein aufrührerischer Text; kurz bevor er ihn schrieb, hatte Ambedkar öffentlich erklärt, dass er zwar als Hindu geboren sei, aber nicht als Hindu sterben werde. Annihilation of Caste ist eine Erklärung, warum man sich vom Hinduismus abwenden solle. Gandhi hat darauf geantwortet.

ZEIT: Und hat das Kastensystem verteidigt – ein System, in dem der Beruf und der soziale Rang jedes Menschen von Geburt an feststehen, als Schicksal, dem man nicht entkommen kann.

Roy: Ja, das hat er getan. Ich habe Gandhis Meinungen zur Kastenfrage zurückverfolgt zu seinen Meinungen zur Rassenfrage, die er in Südafrika vertreten hat, wo er von 1893 an zwei Jahrzehnte lang gelebt hat. Wir alle hier in Indien sind mit der Geschichte aufgewachsen, wie Gandhi zuerst politisiert wurde, weil man ihn in Pietermaritzburg aus einem Zugabteil geworfen hat, das für Weiße reserviert war. Aber das ist bloß die Hälfte der Geschichte.

ZEIT: Und die andere?

Roy: Gandhi war nicht über die Rassentrennung an sich empört. Die wirkliche Geschichte ist, dass er deshalb in diesem Abteil für Weiße saß, weil er glaubte, wohlhabende Inder aus den höheren Kasten sollten nicht mit „Kaffern“, wie er die Schwarzen nannte, im selben Abteil reisen. Sich das klarzumachen war ein bisschen schockierend. In meinem Text habe ich mich darauf beschränkt, Gandhis eigene Schriften aus der Zeit von 1893 bis 1946 zu zitieren. Er schrieb mit einem schockierenden Ausmaß von Verachtung über schwarze Afrikaner, indische Leibeigene, Unberührbare, Arbeiter und Frauen. Die längste Zeit seiner 20 Jahre in Südafrika hat er damit verbracht, um die Freundschaft des weißen Regimes zu werben, bis hin zur Erklärung, er wünsche sich eine „imperiale Brüderschaft“ mit den Briten.

ZEIT: Und dann, als er wieder nach Indien zurückkam, hat er diese Denkweise auf die indischen Verhältnisse übertragen und ist zum Anwalt des Kastensystems geworden?

Roy: Natürlich kann man schwer sagen, ob seine Auffassungen zum Rassenthema tatsächlich die zum Kastenthema vorgezeichnet haben; er ist ja schon in einer vom Kastenprinzip beherrschten Gesellschaft groß geworden. Aber seine Meinungen zu Rasse und Kaste sind auffallend konservativ. Man kann nicht einmal sagen, dass er eben „ein Mann seiner Zeit“ gewesen sei, denn unter seinen Zeitgenossen, sowohl in Indien als auch anderswo auf der Welt, gab es Leute wie Ambedkar oder Jyotiba Phule, die viel fortschrittlicher waren. Gandhi ist ohnehin niemand, zu dem ich mich automatisch hingezogen gefühlt habe; ich habe keine besondere Liebe zu Frömmigkeit und Reinheit – Dingen, von denen er besessen war. Es fällt sogar schwer, ihn als gutartigen Spinner abzutun. Es ist da etwas viel Bösartigeres am Werk. Es geht nicht bloß um gewaltfreien Widerstand, Ejakulationsverzicht, Ziegenmilch und selbst gesponnene Baumwolle.

ZEIT: Aber war Gandhi nicht ein scharfer Gegner der „Unberührbarkeit“, der Ausgrenzung und Entrechtung der niedrigsten Klasse?

Roy: Er hat die politische und soziale Kastenproblematik auf das symbolische, totemhafte Thema Unberührbarkeit reduziert. Die Kastenfrage ist in erster Linie eine Frage von Rechten – auf Land, Bildung, öffentliche Dienstleistungen. Unberührbarkeit ist eines von mehreren gewaltsamen Mitteln, mit denen Dalits terrorisiert werden; man wäscht ihnen das Gehirn, damit sie bleiben, was sie sind: ein Reservoir an billigen Arbeitskräften, die ein System nicht herauszufordern wagen, das angeblich von den Göttern gewollt ist. Gandhi hat darauf bestanden, alle Kasten sollten bei ihrer erblichen Arbeit bleiben, aber keine Kaste solle für nobler gelten als eine andere – damit wollte er die Menschen dazu bringen, sich über ihre Erniedrigung sogar noch zu freuen.

1936, als Ambedkar seine Polemik gegen das Kastensystem veröffentlichte, schrieb Gandhi einen Essay, in dem er die idealen Qualitäten beschrieb, die die Kaste der Latrinen-Arbeiter haben solle. Er glaubte, dass es ihre göttliche Pflicht sei, anderer Leute Exkremente wegzuschaffen, dass sie das für den Rest ihres Lebens tun und nie daran denken sollten, mit ihrer Arbeit „Profit anzuhäufen“.

 

ZEIT: Und doch ist er auch ein epochemachender Anwalt der Gewaltlosigkeit gewesen.

Roy: Der springende Punkt ist: Gandhis Doktrin der Gewaltlosigkeit ruht auf einem Fundament von dauernder, brutaler, extremer Gewalt – denn das ist das Kastensystem. Es kann ohne die Androhung und Anwendung von Gewalt nicht aufrechterhalten werden. Selbst heute noch laufen Dalits, die den Status quo infrage zu stellen wagen, Gefahr, einem regelrechten Ritualmord zum Opfer zu fallen. Es gab Massenproteste gegen die grauenhafte Gruppenvergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau in einem Bus in Delhi im Dezember 2012. Im selben Jahr wurden 1500 Dalit-Frauen von Männern aus höheren Kasten vergewaltigt, und 650 Dalits wurden ermordet. Das gelangt kaum in die Nachrichten.

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Die dunkle Seite des Hinduismus und von Gandhi

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Wer weiterlesen will:

http://www.zeit.de/2014/40/arundhati-roy-indien-gandhi-kastensystem/seite-2

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Gruß Hubert

Jäger gefährden Touristen und Bevölkerung in Graubünden

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Die Jagd ist ein hässliches und grausames „Vergnügen“. Lust am töten ist eines gebildeten Menschen nicht würdig.

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Bundespräsident Theodor Heuss nannte die Jagd eine „Nebenform menschlicher Geisteskrankheit“, Bundeskanzler Konrad Adenauer hielt die Jäger für „faule Menschen“, Hundefreund Hitler verachtete sie als „unfair“.

Einige haben dann doch Selbstzweifel, was sie aber nicht am Weitermachen hindert.
Mitunter nagten Selbstzweifel auch an den Jägern. „Ist es erlaubt, ein Wildtier, das im Fadenkreuz der Büchse für einen Moment steht und das noch die reinste Bewegung ist, in die absolute Starre des Todes zu schicken?“

Als dem mitten im Balztanz erschossenen Auerhahn dicke, rote Tropfen aus dem Schnabel klackerten, da wollte es dem Meuchler Hermann Löns „so sein, als habe ich grausam gehandelt“.

Die Jagd ist ein rohes „Vergnügen“, ein Sport, nicht würdig eines gebildeten Menschen.
Quelle: Spiegel.de

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Aus wildbeimwild.com

geiss

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Jäger gefährden Touristen und Bevölkerung in Graubünden

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Die Bündner Jäger sollen dieses Jahr so viele Hirsche schiessen wie noch nie.

5200 Tiere wollen die Jagdbehörden erlegen lassen, um den Hirschbestand unter Kontrolle zu bringen und die negativen Auswirkungen der grossen Population auf die Wälder zu vermindern, dort wo die Jäger die Wildtiere parkieren.

Obwohl die Bündner Jagdbehörden das Abschusssoll seit Jahren stetig erhöhen, wird die Hirschpopulation immer grösser. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die milden Winter, welche die Rotwildbestände nur wenig dezimierten und eine dubiose Jagdplanung. 2010 wurde die Zahl der Hirsche noch auf 13’500 geschätzt. Die damalige Jagdplanung sah 4240 Abschüsse vor, 1000 weniger als jetzt.

Die aktuelle Bestandesgrösse des Rotwildes liege in einzelnen Regionen über der tragbaren Grösse, teilte das Amt für Jagd und Fischerei mit. Die Situation habe sich in den letzten Jahren dermassen verschlechtert, dass sich der Wald vielerorts nicht mehr genügend verjüngen könne. Das sei nicht zuletzt darum problematisch, weil zwei Drittel der Bündner Wälder eine Schutzfunktion hätten.

Die Jagd hat eine Menge Probleme in Graubünden verursacht, aber noch keines gelöst.

Bestände werden seit Jahrzehnten nicht wirklich reguliert, sondern von den Jägern dezimiert und die Geburtenrate stimuliert. Folge der jetzigen Methoden ist auch, dass Wildtiere ihre tageszeitlichen Aktivitäten vollends in die Nacht verlegen. Dies führt zu vielen Verkehrsunfällen.

Die Regulierung der Wildbestände erfolgt nicht nach natürlichen wildbiologischen Gegebenheiten über Beutegreifer, sondern Jägerlatein. So wurden 2014 in Graubünden über 2’000 gesunde Füchse erschossen, welche lebend in der Lage wären, die Huftierbestände oder Nagerplagen unter Kontrolle zu halten.

Immer wieder werden auch Wölfe, Luchse und Co. abgeschossen, um den Schiessspass für die JägerInnen zu erhalten.

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Georg Brosi

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Im Jahr 2014 wurden wegen Verstösse gegen die Jagdgesetzgebung 1007 (995, 964) Ordnungsbussen ausgesprochen und 95 (127, 125) Anzeigen an die Kreisämter erstattet. Praktisch jeder fünfte Jäger der 5’804 (5’946) war ein Delinquent, mit einer grossen Dunkelziffer im jährlichen Wechselspiel (Statistik 2015).

Auch Steinböcke und Wildschweine im Visier

Um negative Auswirkungen auf den Lebensraum zu verhindern, müssen laut den Jagdbehörden Hirsche, Rehe und Gämsen in Tieflagen, Steinböcke im Engadin und Wildschweine in Südbünden im Bestand begrenzt werden. Am dringendsten ist eine verstärkte Jagd bei den Hirschen in Nordbünden.

Die Reduktion der Rotwildbestände könne nur über einen erhöhten Abschuss weiblicher Tiere erreicht werden, hiess es in der Mitteilung weiter. Zudem wird die sogenannte „Bewirtschaftung“ der Wildschutzgebiete weiter ausgebaut. Gemeint ist die Möglichkeit, Tiere in und um Schutzgebiete zu schiessen.

Weiter wollen das Amt für Jagd den Druck auf die Rehpopulation verstärken, da auch diese erneut wuchs. So darf auf der Hochjagd im September neu von jedem Jäger eine zweite Rehgeiss geschossen werden und die Jagd auf Rehkitze wird verlängert auf die letzten vier Tage der Jagd.

Graubünden wird von Jahr zu Jahr immer mehr zu einem Eldorado für perverse Jagdausübende. Nicht umsonst sind Volksinitiativen in Bearbeitung, um den Gestank der unsäglichen Jagden, die das Amt für Jagd und Fischerei in Graubünden für die JägerInnen organisiert, zu vertreiben.

Es ist in der Tat so, dass die Bündner Jagd bei den ehrenwerten Jägern und Experten schon seit Jahren weit über die Kantons- und Landesgrenze ein miserables und unrühmliches Ansehen geniesst.

Gäbe es weniger Problemjäger die Naturnutzungsgedanken hegen, könnten sich auch wieder mehr normale Menschen dem Naturschutzgedanken widmen – Menschen, die Arten mit Respekt, Anstand und Fairness pflegen und Wildtiere nicht zum Spass abschlachten sowie ganze Ökosysteme durcheinander bringen. Der normale Teil der Bevölkerung, von den Jägern in Geiselhaft genommen, könnte nachts auch wieder ruhiger schlafen.

Die Chance von einem Jäger erschossen oder verletzt zu werden, sind weitaus grösser, als die Begegnung mit einem Wolf.

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Jäger gefährden Touristen und Bevölkerung in Graubünden

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Gruß Hubert

 

Die dunkle Seite des Hinduismus und von Gandhi

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Wenn man ein paar Einzelheiten von Gandhi weiß, dann rasselt der Respekt vor ihm ganz schnell in den Keller. Wenn man zum Beispiel weiß, dass er das Kastensystem unterstüzt hat, rassistisch und auf der Seite der Reichen war.

Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy klärt in der ZEIT über Mahatma Gandhi auf.

Gandhis vergiftetes Erbe

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Unser Land ruht auf einem Fundament der Gewalt, sagt die indische Schriftstellerin Arundhati Roy – ein Gespräch.

DIE ZEIT: Mahatma Gandhi ist eine der meistbewunderten Figuren des 20. Jahrhunderts – Anführer des friedlichen indischen Unabhängigkeitskampfes gegen die britische Kolonialherrschaft, Vorbild für Martin Luther King und Nelson Mandela, ein Idol von Millionen in aller Welt. Sie, Frau Roy, haben kürzlich einen Essay publiziert, der Gandhi scharf angreift. Warum?

Arundhati Roy: Gandhis Erbe ist enorm. Aber unglücklicherweise hat man es zurechtgebogen und sogar verfälscht. Es hat nur noch wenig mit dem wirklichen Menschen zu tun. Meine Absicht war es zunächst gar nicht, über Gandhi zu schreiben; mein Text ist als Einleitung zur Neuausgabe eines Buches entstanden: Annihilation of Caste („Die Vernichtung des Kastensystems“) von Bhimrao Ramji Ambedkar, einem der bedeutendsten Intellektuellen des modernen Indien. Ambedkar war Gandhis größter Kritiker. Er hat ihn intellektuell, politisch und moralisch herausgefordert. Er wurde in eine Familie von Dalits hineingeboren …

ZEIT: … von „Unberührbaren“, den Menschen ganz unten in der Hierarchie der Kastenordnung, die von den Höhergestellten wie Aussätzige behandelt werden.

Roy: Annihilation of Caste ist der Text einer Rede, die Ambedkar nie gehalten hat. Er wurde 1936 veröffentlicht. Ambedkar verwirft darin den Hinduismus und attackiert das hinduistische Kastensystem, die brutalste, vulgärste, hierarchischste gesellschaftliche Organisationsform der Welt. Es ist ein aufrührerischer Text; kurz bevor er ihn schrieb, hatte Ambedkar öffentlich erklärt, dass er zwar als Hindu geboren sei, aber nicht als Hindu sterben werde. Annihilation of Caste ist eine Erklärung, warum man sich vom Hinduismus abwenden solle. Gandhi hat darauf geantwortet.

ZEIT: Und hat das Kastensystem verteidigt – ein System, in dem der Beruf und der soziale Rang jedes Menschen von Geburt an feststehen, als Schicksal, dem man nicht entkommen kann.

Roy: Ja, das hat er getan. Ich habe Gandhis Meinungen zur Kastenfrage zurückverfolgt zu seinen Meinungen zur Rassenfrage, die er in Südafrika vertreten hat, wo er von 1893 an zwei Jahrzehnte lang gelebt hat. Wir alle hier in Indien sind mit der Geschichte aufgewachsen, wie Gandhi zuerst politisiert wurde, weil man ihn in Pietermaritzburg aus einem Zugabteil geworfen hat, das für Weiße reserviert war. Aber das ist bloß die Hälfte der Geschichte.

ZEIT: Und die andere?

Roy: Gandhi war nicht über die Rassentrennung an sich empört. Die wirkliche Geschichte ist, dass er deshalb in diesem Abteil für Weiße saß, weil er glaubte, wohlhabende Inder aus den höheren Kasten sollten nicht mit „Kaffern“, wie er die Schwarzen nannte, im selben Abteil reisen. Sich das klarzumachen war ein bisschen schockierend. In meinem Text habe ich mich darauf beschränkt, Gandhis eigene Schriften aus der Zeit von 1893 bis 1946 zu zitieren. Er schrieb mit einem schockierenden Ausmaß von Verachtung über schwarze Afrikaner, indische Leibeigene, Unberührbare, Arbeiter und Frauen. Die längste Zeit seiner 20 Jahre in Südafrika hat er damit verbracht, um die Freundschaft des weißen Regimes zu werben, bis hin zur Erklärung, er wünsche sich eine „imperiale Brüderschaft“ mit den Briten.

ZEIT: Und dann, als er wieder nach Indien zurückkam, hat er diese Denkweise auf die indischen Verhältnisse übertragen und ist zum Anwalt des Kastensystems geworden?

Roy: Natürlich kann man schwer sagen, ob seine Auffassungen zum Rassenthema tatsächlich die zum Kastenthema vorgezeichnet haben; er ist ja schon in einer vom Kastenprinzip beherrschten Gesellschaft groß geworden. Aber seine Meinungen zu Rasse und Kaste sind auffallend konservativ. Man kann nicht einmal sagen, dass er eben „ein Mann seiner Zeit“ gewesen sei, denn unter seinen Zeitgenossen, sowohl in Indien als auch anderswo auf der Welt, gab es Leute wie Ambedkar oder Jyotiba Phule, die viel fortschrittlicher waren. Gandhi ist ohnehin niemand, zu dem ich mich automatisch hingezogen gefühlt habe; ich habe keine besondere Liebe zu Frömmigkeit und Reinheit – Dingen, von denen er besessen war. Es fällt sogar schwer, ihn als gutartigen Spinner abzutun. Es ist da etwas viel Bösartigeres am Werk. Es geht nicht bloß um gewaltfreien Widerstand, Ejakulationsverzicht, Ziegenmilch und selbst gesponnene Baumwolle.

ZEIT: Aber war Gandhi nicht ein scharfer Gegner der „Unberührbarkeit“, der Ausgrenzung und Entrechtung der niedrigsten Klasse?

Roy: Er hat die politische und soziale Kastenproblematik auf das symbolische, totemhafte Thema Unberührbarkeit reduziert. Die Kastenfrage ist in erster Linie eine Frage von Rechten – auf Land, Bildung, öffentliche Dienstleistungen. Unberührbarkeit ist eines von mehreren gewaltsamen Mitteln, mit denen Dalits terrorisiert werden; man wäscht ihnen das Gehirn, damit sie bleiben, was sie sind: ein Reservoir an billigen Arbeitskräften, die ein System nicht herauszufordern wagen, das angeblich von den Göttern gewollt ist. Gandhi hat darauf bestanden, alle Kasten sollten bei ihrer erblichen Arbeit bleiben, aber keine Kaste solle für nobler gelten als eine andere – damit wollte er die Menschen dazu bringen, sich über ihre Erniedrigung sogar noch zu freuen.

1936, als Ambedkar seine Polemik gegen das Kastensystem veröffentlichte, schrieb Gandhi einen Essay, in dem er die idealen Qualitäten beschrieb, die die Kaste der Latrinen-Arbeiter haben solle. Er glaubte, dass es ihre göttliche Pflicht sei, anderer Leute Exkremente wegzuschaffen, dass sie das für den Rest ihres Lebens tun und nie daran denken sollten, mit ihrer Arbeit „Profit anzuhäufen“.

 

ZEIT: Und doch ist er auch ein epochemachender Anwalt der Gewaltlosigkeit gewesen.

Roy: Der springende Punkt ist: Gandhis Doktrin der Gewaltlosigkeit ruht auf einem Fundament von dauernder, brutaler, extremer Gewalt – denn das ist das Kastensystem. Es kann ohne die Androhung und Anwendung von Gewalt nicht aufrechterhalten werden. Selbst heute noch laufen Dalits, die den Status quo infrage zu stellen wagen, Gefahr, einem regelrechten Ritualmord zum Opfer zu fallen. Es gab Massenproteste gegen die grauenhafte Gruppenvergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau in einem Bus in Delhi im Dezember 2012. Im selben Jahr wurden 1500 Dalit-Frauen von Männern aus höheren Kasten vergewaltigt, und 650 Dalits wurden ermordet. Das gelangt kaum in die Nachrichten.

Die dunkle Seite des Hinduismus und von Gandhi

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Wer weiterlesen will:

http://www.zeit.de/2014/40/arundhati-roy-indien-gandhi-kastensystem/seite-2

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Gruß Hubert

 

Wir sehen keine Anhaltspunkte für einen neuen Rechtsterrorismus – Heinz Fromm vom Verfassungsschutz

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Wie der Verfassungsschutz es schaffte, am braunen Terror vorbei zu sehen und ihn gleichzeitig zu finanzieren, erklären Olli Durke, Julian Amershi und Samira Knoke.
In Auschwitz wurde niemand umgebracht heißt es im Video. Satire, für manche aber doch nicht.

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Klaus erklärt: Rechtsterrorismus – EXTRA 3 – NDR

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Arbeiterkampftag 2015: Saalfeld erwache! Der Nationale Widerstand marschiert

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Unter dem Motto “Arbeit – Zukunft – Heimat I Überfremdung stoppen! Kapitalismus zerschlagen! Volkstod abwenden!“ folgten zum diesjährigen Arbeiterkampftag über 800 Nationale Sozialisten dem Aufruf des „Nationalen und Sozialen Aktionsbündnis 1.Mai“, um im thüringischen Saalfeld ein klares Zeichen gegen Überfremdung wie Kapitalismus zu setzen und die Forderung nach einem Deutschen Sozialismus auf die Straße der Saalestadt zu tragen.

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Demokratische Grüße – Hubert

 

Oskar Werner – 3SAT

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Das Phänomen Oskar Werner zitierte gerne Friedrich Wilhelm Nietzsche:

 

Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehen.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

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(1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller
Quelle: Nietzsche, Nachgelassene Fragmente. Frühjahr – Sommer 1888

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Der Besessene, der Perfektionist, der unbestechliche Oskar Werner ist an beidem zugrunde gegangen.

 

Oskar Werner in Der Letzte Akt – Part 1

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Oskar Werner, Geboren: 13. November 1922, Wien, Österreich

Gestorben: 23. Oktober 1984, Marburg, Deutschland

„Ich über mich – Oskar Werner“ (1/4)

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Gruß Hubert